Lisboa für Entdecker: Der Torre de Belem. Copyright: Eva Maekler

Immer wieder sonntags: Lisboa in bester Entdeckertradition

Lisboas Tradition und Moderne: Ausblick vom 500jährigen Torre de Belem auf das neue Centro Champalimaud. Copyright: Eva Maekler
Lissaboner Ausblick der besonderen Art: Vom historischen Torre de Belém kann man das hypermoderne Centro Champalimaud sehen. Copyright: Eva Maekler

Geschafft: Lissabon hat den Winter sozusagen hinter sich, wenn am kommenden Sonntag der Januar vorbei ist. Ok, ein paar Regenschauer und stürmische Momente könnte der Februar vielleicht noch bringen, aber die Sonne lockt jeden Tag mit mehr Kraft. Raus in die Stadt. Außerdem: An jedem ersten Sonntag des Monats macht die Stadt allen Bewohnern und Besuchern ein besonderes Geschenk – Monumente und Museen laden ein, ohne Eintritt zu verlangen. Ein optimales Ziel des Tages, also. Und wenn man schon einmal da ist, sollte man unbedingt seine Entdeckungsreise ausdehnen, auf das Stadtviertel „drumherum“ …

Torre de Belém: Schießscharten mit Kanonen und Kunst

 

Fenster zum Tejo in einem Erker des Torre de Belém. Copyright: Eva Maekler
Lisboas Torre de Belém zeugt von manuelinischem Stil – was aber auch romantische Seiten hat. Copyright: Eva Maekler

Der Tipp für diesen Sonntag: Ein 500jähriges Geburtstagskind und eines der emblematischten Symbole überhaupt für die Entdeckernation Portugal – der Torre de Belém. Weltkulturerbe mit wechselhafter Geschichte. 1515 befahl König Manuel I, eine Festung zum Schutz des Lissaboner Hafens zu bauen. Der Architekt Francisco Arruda ließ ihn denn auch in prächtigster Manuelinik entstehen: Reich verziert mit Allegorien der kolonialistischen Entdeckungen und ausgestattet mit vielen romantischen Mauervorsprüngen und Balkonen, die auch die venezianischen und arabischen Einflüsse ins Gedächtnis rufen.

Torre de Belém, Lissabon: Kanonen und Kunst. Copyright: Eva Maekler
Der Torre de Belém sollte Kunstwerk und Kriegswerkzeug zugleich sein. Copyright: Eva Maekler

Kurioses Detail: Die Mauern des Torre de Belém zeigen neben den typischen maritimen Knoten, Seilen, Kreuzen und Astrolabien auch den Kopf eines Rhinozeros – angeblich beherbergt der Torre de Belém damit die erste europäische Skulptur eines afrikanischen Tieres. Wer das weiß, wundert sich auch weniger über die Beispiele moderner Kunst, die man im Turm finden kann. Die Kombination mit den Kanonen, die aus den Schießscharten hinaus auf den Fluss zielen, kann befremden; aber genau das war eben der Torre de Belém ursprünglich: Kunstwerk und Kriegsinstrument gleichzeitig.

Ein- und Aussichten in Belém

 

Die Brücke des 25. April überspannt den Tejo. Copyright: Eva Maekler
Lissabons neueres Wahrzeichen, die Brücke des 25. April, lässt sich vom Torre de Belém aus einem besonders schönen Blickwinkel sehen. Copyright: Eva Maekler

Je unwichtiger der Torre de Belém strategisch wurde, desto Varianten-reicher wurde seine Nutzung – im Laufe der Zeit verwandelte er sich unter anderem in eine Zollstation, eine Telegrafenstelle und in einen Leuchtturm. Beeindruckt hat sein Anblick immer. Meistens war es angenehmer, ihn nur von außen zu sehen. Das gilt heute auf keinen Fall mehr – besonders, wenn man die Außenbereiche betritt. Am besten im magischen, sanften Spätnachmittagslicht. Dann erscheint selbst stadtauswärts die Industriekulisse auf der anderen Seite des Tejo romantisch. Mit der Brücke des 25. April samt Cristo-Rei-Statue und dem Entdeckerdenkmal bietet besonders der Blick stadteinwärts beste Gelegenheit, sich in die Stadt zu verlieben.

Das Hieronymus-Kloster im Lissaboner Stadtteil Belém. Copyright: Eva Maekler
Das Hieronymus-Kloster lässt sich nicht übersehen in Belém. Copyright: Eva Maekler

Außerdem kann man schon einmal Pläne machen, wohin man als nächstes gehen will, hier in Belém: Das Hieronymus-Kloster (Mosteiro dos Jerónimos) lässt sich nicht übersehen in seiner ganzen Pracht; das Entdeckerdenkmal (Padrão dos Descobrimentos) ist quasi zum Greifen nah, und das Centro Cultural de Belém (CCB) lädt zu den unterschiedlichsten Events und Konzerten ein. Natürlich muss man sich zwischendurch ganz, ganz dringend mit mindestens zwei cremigen, süßen, unwiderstehlichen Pastéis de Belém stärken … Die angenehmste Art, diese Kalorienbomben wieder „abzuarbeiten“, dürfte ein Spaziergang am Tejo sein, mindestens bis zur Brücke des 25. April. Dahinter locken dann schon wieder die Bars und Restaurants der Docas. Sollte man auch da nicht widerstehen können, läuft man hinterher einfach immer weiter, bis zum Cais do Sodré. Wenn man dort ankommt, ist es wahrscheinlich schon Nacht geworden? Umso besser, denn dann ist man wiederum genau an der richtigen Adresse. Warum? Einfach den anderen Nachtschwärmern folgen!

em

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