Die aktuelle musikalische Landschaft Portugals zeigt sich in Lissabon von ihrer avantgardistischen Seite. Copyright: Festival Rescaldo

Heiße Ohren in Lissabon: Festival Rescaldo

Festival-Feeling in Lisboa: Für die Acts bei Rescaldo – zum Beispiel Caveira – gibt es keine Genre-Grenzen. Copyright: Festival Rescaldo / Vera Marmelo

Viel mehr als „nur“ Fado: Ab Freitag, 20. Februar kann man mit einem Trip nach Lissabon die musikalische Avantgarde Portugals kennenlernen. An zwei Wochenenden, bis Sonnabend, 28. Februar, kann man dann in Lisboa Musik erleben, wie man sie sonst viel zu selten zu hören bekommt.

Existenzialistisches für die Ohrschnecken

Das Festival Rescaldo beschert Lissabon einen Auftritt von Lula Pena. Copyright: Festival Rescaldo / Claudia Varejao
Lissabon gibt sich die Ehre: Lula Penas Konzert wird mit Sicherheit ein Highlight des Festivals Rescaldo sein. Copyright: Festival Rescaldo / Claudia Varejao

Mit dabei ist unter anderem die, wie sie selbst von sich sagt, „existenzialistische Sängerin“ Lula Pena. Kenner nehmen für ihre raren Konzerte weite Reisen auf sich, über Ländergrenzen hinweg. Lula Pena dockt immer wieder beim Fado an, führt ihn dabei aber mit ihrer Gitarre und ihrer herben, im Raum schwebenden Stimme in immer neue Dimensionen, jenseits aller Genre-Schublade. Extra für diesen Konzertabend hat Lula Pena ein ganz eigenes Konzept entwickelt, mit Soundcollagen, die die Künstlerin aus unterschiedlichsten Quellen speist.

Lissaboner Multitalent: Guilherme Gonçalves alias "Coclea". Copyright: Festival Rescaldo
Der Lissaboner Musiker und Tontechniker Guilherme Gonçalves nennt sein Musikprojekt treffend „Coclea“ – was anatomisch gesehen die Ohrschnecke ist, durch die sich seine sphärischen Klänge winden. Copyright: Festival Rescaldo

Bevor Lula Pena die Bühne betritt, gibt es ein ganz anderes Musikprojekt zu entdecken: Coclea. Anatomisch ist cóclea die Ohrschnecke – und durch genau die winden sich wunderbar sphärische Klänge, erzeugt von dem Lissaboner Musiker und Tontechniker Guilherme Gonçalves. An diesem Abend steht er aber nicht alleine auf der Bühne. Yaw Tembé, Shella und Alex Klimovitsky erweitern das Projekt international, unter anderem mit facettenreichem Trompeten-, Keyboard- und Bass-Sound sowie Gesang.

Wer seine Zeit in Lissabon auch akustisch zu einem besonders berührenden, wunderschönen Erlebnis machen will, sollte diesen Abend nicht verpassen: Coclea und Lula Pena sind am Samstag, 21. Februar, ab 21.30 Uhr im kleinen Saal, dem Pequeno Auditório der Culturgest zu Gast. Diese Kulturstiftung der portugiesischen Sparkasse, Caixa Geral de Depósitos, ist leicht mit der gelben Metro-Linie zu erreichen, über die Station Campo Pequeno, in der Rua Arco do Cego.

Live in Lisboa: Musikalisches Kopfkino

Sie sorgen für die rockigeren Töne des Festivals: Gesso. Copyright: Festival Rescaldo.
Gesso rocken Lisboa – am Freitag, 26. Februar, in der Galeria Zé dos Bois. Copyright: Festival Rescaldo.

Die meisten Konzerte finden dort, in der Culturgest, statt. Einen Besuch lohnt aber auch – und das gilt unbedingt für beide Veranstaltungs-Orte, nicht nur während des Festivals Rescaldo – die Galeria Zé dos Bois, kurz ZDB, in der Rua da Barroca, 59. Dort ist man offen für Experimente und hat dabei immer das richtige Gespür für Qualität. Mit der grünen und der blauen Metro-Linie kommt man leicht hin, Station Baixa-Chiado. Am Donnerstag, 26. Februar, lösen hier aufs Feinste Gesso („Gips“) und Caveira („Totenkopf“) die Grenzen des Rock auf.

Con Con's Musik wird beim Festival Rescaldo in Lisboa auch visuell umgesetzt. Copyright: Festival Rescaldo
Musik, die Bilder malt: Zu erleben in Lisboa beim Festival Rescaldo, am 27. Februar unter anderem mit Con Con. Copyright: Festival Rescaldo

Die musikalische Bandbreite des Festivals ist riesig – wer offene Ohren hat, kann sich jeden Rescaldo-Abend auf Unerhörtes freuen. Am Freitag, 27. Februar wird es jazziger. Con Con, so werden auf São Tomé e Príncipe Fliegende Fische genannt. Jorge Nunes hat diesen Namen gut gewählt für sein musikalisches Projekt, beschreibt er doch treffend die Flüchtigkeit und zarten Spuren seiner musikalischen Bilder. Ab 21.30 Uhr kann man ihn im Pequeno Auditório der Culturgest zusammen mit der Cellistin Joana Guerra sehen. Ein besonderes Erlebnis auch deshalb, weil in Bildern von Mariana Marques der Sound zudem optisch umgesetzt wird.

La La La Ressonance: Musikalisches Kopfkino vom Feinsten in Lissabon. Copyright: Festival Rescaldo
La La La Ressonance spielen am Freitag, 27. Februar in der Lissaboner Culturgest. Copyright: Festival Rescaldo

Bildgewaltig ist auch die musikalische Sprache von La La La Ressonance, die den zweiten Teil des Konzerts bestreiten. Kein Zufall, dass sie immer wieder in Filmprojekte involviert sind und sich auch vom Theater inspirieren lassen können. Kopfkino, ausgelöst durch Musik, und ein Aufbruch in neue Gefilde. Das volle Programm gibt es in diesem PDF (auf portugiesisch).

em

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