Archiv der Kategorie: Lissaboner Stadtteile – abseits der Reiseführer

Lissaboner Alltag außerhalb der Touristenströme entdecken

Endlich wieder Juni in Lissabon: Festas de Lisboa 2017!

Festas de Lisboa: Ueberall in der Stadt wehen die Fahnen mit den symbolischen Sardinen. Foto: Eva Maekler
Festas de Lisboa: Die Sardinen werden von den Lisboetas in einem Wettbewerb jedes Mal selbst gestaltet und sind dieses Jahr wieder andere – heissgeliebte Tradition. Foto: Eva Maekler

Es ist wieder soweit: Festas de Lisboa! Einen Monat feiert Lissabon sich selbst, den Sommer, die Lebenslust – und die Stadtheiligen. Von letzteren ist der heilige Antonius, Santo António, der Superstar hier. Besonders in der Nacht vor dem Jahrestag seines Todes (13. Juni 1231). Da er der Schutzpatron Lisboas ist, ist der 13. Juni in der Stadt ein offizieller Feiertag. Die Nacht davor ist quasi endlos; sie beginnt schon am späten Nachmittag, auf der Avenida da Liberdade – mit dem Wettbewerb um den Platz mit der besten Aussicht auf die marchas populares. Diese Tradition und mehr Informationen zu den Festas de Lisboa hat Lisboa-Soulcity schon in diesem Artikel erklärt. Diesmal geht speziell darum, beim wie immer umfangreichen Programm 2017 den Durchblick zu bekommen – und gerade die speziellsten Angebote nicht zu verpassen.
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April in Lissabon: Die Freiheit feiern

Almada hat ein besonders umfangreiches Programm zum Feiern der Nelkenrevolition vom 25. April 1974. Copyright: Câmara Municipal de Almada
Lissabons „andere Seite“, Almada und Seixal, feiern den Jahrestag der Vor-Revolutionsnacht mindestens so gross wie Lisboa. Copyright: Câmara Municipal de Almada

Der 25. April ist der Tag der Nelken-Revolution in Portugal: Am 25. April 1974 beendete die vom Militär auf die Straße getragene Revolution die Diktatur. Ein Jahr später, am 25. April 1975, fanden die ersten freien Wahlen statt. Seitdem wird der 25. April als nationaler Feiertag der Freiheit gefeiert – und wer in diesen Tagen das Glück hat, in Portugal zu sein, kann mitfeiern. Lissabon erinnert mit der Veranstaltungsreihe Abril em Lisboa multimedial verschiedenste Aspekte des Lebens in der Diktatur und während der turbulenten Zeit des Umbruchs. Besonders am Vorabend des Feiertags, am 24. April, lohnt sich auch ein Ausflug auf die andere Seite des Flusses, wo mit großen Open-Air-Konzerten und Feuerwerken gefeiert wird. Lisboa-Soulcity verrät die Details.

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Lisbon Week 2017: Lumiar – das Lissabon von Estraca, Hip-Hopper

Lumiar, das ist Lissabon von einer ganz anderen Seite. Es ist das Lissabon des Hip-Hoppers Estraca. Foto: Eva Maekler
Lissabon, mal anders: Lumiar ist das Lissabon des Hip-Hoppers Estraca. Der Stadtteil ist Schauplatz der Lisbon Week 2017. Foto: Eva Maekler

Landgüter, Herrenhäuser, viele Kirchen und ausgedehnte Gartenanlagen – das ist die Geschichte von Lumiar, dem ältesten Stadtbezirk Lissabons: 750 Jahre alt. Die heutige Realität ist nicht so schnell erzählt. Denn neben der immer noch vorhandenen Idylle gehören längst Straßenzüge dazu, die von einem gescheitertem Sozialen Wohnungsbau erzählen. Gescheitert nicht nur architektonisch, sondern auf vielen Ebenen. Die schulische ist da nur ein Beispiel. Die kulturelle ein weiteres. Wobei es genau da Ansätze gibt.

Lisbon Week in Lumiar: Street Art gehoert unbedingt dazu. Estraca zeigt hier ein Work in Progress. Foto: Eva Maekler
Lisbon Week in Lumiar bedeutet auch Streetart: Estraca zeigt eines der Streetart-Stuecke, hier noch als Work in Progress. Foto: Eva Maekler

Mit anderen Worten: Lumiar ist ein spannender Stadtteil für jeden, der Lissabon näher kennenlernen will. Nicht nur touristisch. Die Gelegenheit dazu ist jetzt so gu wie sonst kaum: Vom 25. März bis 2. April ist Lumiar Schauplatz der Lisbon Week. Fester Bestandteil jeder Lisbon Week sind neben Führungen, Ausstellungen, Kunstaktionen etc. auch Konzerte. Am Freitag, 31. März tritt um 22 Uhr der Hip-Hopper Estraca im Festsaal der Junta de Freguesia (Gemeinde-Verwaltung) Lumiars auf, in der Alameda da Linha das Torres, 156 (zu erreichen mit der gelben Metro-Linie, Linha amarela, bis zur Station Quinta das Conchas). Mit Lisboa-Soulcity stellt er sein Lumiar vor – und wir verbinden Tipps für die Lisbon Week mit einem Blick in den Teil des Bezirks, zu dem auch die Lisbon Week nicht führt.

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Das Lissabon von Jonas Rothlaender: Fado, filmreif!

Lissabon, Fado-Schauplatz: Im Film von Jonas Rothlaender gilt das für ein junges deutsches Paar auch auf der ganz persönlichen Ebene. Copyright: StickUp Filmproduktion
Fado in Lissabon: Im Film von Jonas Rothlaender wird die Stadt am Tejo zur Schicksalsstadt für den jungen Arzt Fabian und seine große Liebe Doro. Copyright: StickUp Filmproduktion

Lissabon nicht nur als Schauplatz, sondern quasi als Gegen-Spieler für eine der Hauptfiguren: Diese Rolle hat Jonas Rothlaender der Stadt am Tejo zugedacht, in seinen Film Fado. Das Konzept ist aufgegangen: Die Intensität und Leidenschaft, die in Lisboa nicht nur in der Musik spürbar sind, lassen die Bilder teilweise schmerzen. Und fesseln dabei. In der Geschichte reist der junge Arzt Fabian seiner großen Liebe Doro hinterher, die als Architektin in Lissabon eine Arbeit gefunden hat. Hier gewinnt ihre Liebe zunächst wieder an Leben – doch auch Fabians großer Dämon Eifersucht. Wie Lissabon zu seiner Hauptrolle in Jonas‘ Film kam – und wie er die Stadt auch außerhalb des Films erlebt, erzählt Jonas Rothlaender hier, auf Lisboa-Soulcity.
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Herbst in Lissabon: Lisboa ist in „Moda“

Lisboa, Praça do Município: Rita (links) und Francisca im Eingang des Rathauses, der Câmara Municipal de Lisboa. Foto: Eva Maekler
Moda Lisboa, 2016: Rita (links) und Francisca posieren auf der Praça do Município fuer Lisboa-Soulcity, am Eingang der Câmara Municipal de Lisboa. Auch das Rathaus hat naemlich seine Tueren weit geoeffnet fuer die Moda Lisboa. Foto: Eva Maekler

Herbst in Lissabon – nur langsam merkt man es dem Wetter an, dass die Sommer-Monate offiziell vorbei sind. Herbstlaub-Rascheln hört man kaum. Ein Event aber hat der Stadt  zum Saisonwechsel neue Farben-Freude geschenkt: Die Moda Lisboa, die Lissaboner Fashion Week. Und nachdem man sich jetzt so langsam auch in Lisboa wieder in etwas mehr Kleidung hüllen kann, ohne Hitzeschocks zu erleiden, hat Lisboa-Soulcity sich zur Moda Lisboa mit zwei Lissabonerinnen getroffen, die zwei Dinge besonders gut wissen: Zum einen, wie man mit Mode immer ein Stück Portugal auf der Haut tragen kann. Und zum anderen, wie und wo man mit einem studentischen Budget in Lissabon Mode vom Laufsteg auf die Straße übersetzt …

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Das Lissabon von Marta Miranda, OqueStrada: Lisboas andere Seite

Almada / Cacilhas: Lissabons Sprung über den Tejo. Marta von OqueStrada zeigt Lisboa-Soulcity, was es hier zu entdecken gibt. Foto: Eva Maekler
Almada / Cacilhas: Lissabons Südseite des Tejo is eigentlich gar nicht mehr Lisboa – und gehört doch dazu, sagt Marta von OqueStrada. Foto: Eva Maekler

 Atlantic Beat, das ist der Name der aktuellen CD von OqueStrada, der Band von Marta Miranda. Atlantic Beat – Mad‘ in Portugal, das klingt nach mehr Weite und weniger Stadt als Tasca Beat – o sonho português, dem ersten Album der Band. Lisboa-Soulcity hat Marta gebeten, auch unseren Blick zu weiten, über den Tejo hinweg, die eigentliche Stadtgrenze. Seit 20 Jahren ist Marta in Almada zuhause, der Stadt, die diejenigen erwartet, die sich am Cais do Sodré auf die Fähre begeben. Ein Privileg, wenn am kleinen roten Quiosque an der Anlegestelle Cacilhas, benannt nach dem Stadtteil Almadas, eine Gastgeberin wie Marta wartet. Sie zeigt uns nicht nur eine, sondern viele andere Seiten. Von Grande Lisboa – und von sich.

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Lissabon, 100 Prozent portugiesisch: Der neue Mercado do Fado

Lissabons Jardim Botânico Tropical im Stadtteil Belém lädt ein zum Mercado do Fado. Foto: Eva Maekler
Lissabon, Belém, Jardim Botânico Tropical: Fátima Baptista, Rosário Costa und Pedro Pyrrait freuen sich über den guten Besuch ihres ersten Mercado do Fado, der am 24. Juli stattgefunden hat. Foto: Eva Maekler

Ein von vielen vergessener Ort mitten in Lisboa wird zu neuem Leben erweckt. Mit einem Motto, dass kaum irgendwo besser passen könnte als hier in Belém, im Jardim Botânico Tropical: „100 Prozent Portugal“. Das ist das Versprechen des neuen Mercado do Fado. Am Sonntag, 24. Juli hat er hier Premiere gefeiert, nur wenige Schritte vom weltberühmten Mosteiro dos Jerónimus, dem Hieronymus-Kloster, entfernt. Die nächsten Termine werden der 28. August und der 25. September sein – jeweils von 11 bis 18 Uhr. Lisboa-Soulcity hat sich im Jardim Botânico Tropical mit den Organisatoren schon vorab getroffen.

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Das Lissabon von Helena Reis, H.Reis.Capulana: Rund um die Alfama

Lissabons Alfama ist ihr "Arbeitszuhause": Helena Reis im Eingang von H.Reis.Capulana. Foto: Eva Maekler
Lissabons Alfama, mittendrin: Helena Reis im Eingang zu ihrem Atelier. Foto: Eva Maekler

Gute 350 Kilometer sind es von Marco de Canaveses, einem kleinen Städtchen auf der Höhe Portos, bis ins Herz Lisboas, die Alfama. Eine Drei-Stunden-Fahrt mit dem Auto. Oder auch ein paar Jahre, etliche kleine Umwege mit eingerechnet. Über Mosambik, zum Beispiel, um dort ein halbes Jahr als Lehrerin zu arbeiten. Eine Erfahrung, die Spuren hinterlaesst. Gefühle, Gerüche, Geräusche und Farben.

Lissabons Alfama ist die kreative Heimat von Helena Reis und Maria José. Foto: Eva Maekler
Kreative Heimat Alfama: Helena Reis (links) teilt sich Laden und Atelier im Herzen Lissabons mit Maria José. Foto: Eva Maekler

Wenigstens letztere kann man mitnehmen, zum Auf-der-Haut-tragen: Capulanas, farbenfrohe Tücher, die in Mosambik einfach um den Körper gewunden werden, zum Beispiel als Rock. Und wenn man dazu die Energie einer Helena Reis aus Marco de Canaveses hat, geht man damit nach Lissabon und macht die Stadt noch etwas multikultureller und kreativer. Damit jeder, der Lisboa besucht, nicht nur ein Stück Portugal mit nach Hause nehmen kann, sondern gleichzeitig mosambikanische Lebensfreude auf der Haut trägt. Für Lisboa-Soulcity geht die junge Designerin raus aus ihrem Atelier, in ihre persönliche Tag-für-Tag-Alfama, abseits aller Touristen-Tascas und Fado-Lokale. Und zeigt uns, wo in Lissabon afrikanische Up-to-date-Kultur am spannendsten zu erleben ist.

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Das Lissabon von Tiago Feio, Restaurant Leopold: Mouraria

In Lissabons Mouraria lädt Tiago Feio in sein Restaurant "Leopold". Foto: Eva Maekler
„Leopold“ in der Mouraria: Das Plakat im Hintergrund gibt einen Tip, woher Tiago Feio den Namen für sein Restaurant hat. Foto: Eva Maekler

Es klingt nach einem Stück Österreich mitten in Lissabons Mouraria – und ist es so gar nicht: Das Restaurant Leopold. Namensgeber war zwar ein Plakat des Leopold-Museums in Wien, benannt nach dem Sammler Rudolf Leopold – aber das ist einfach ein Stück Privatheit in diesem ganz persönlichen Restaurant-Projekt von Tiago Feio und seiner Frau Ana, in der Rua de São Cristóvão, 27. Das Plakat hing bei ihnen zu Hause, ein Lieblingssouvenir Anas. Österreichische Anklänge sollte man deshalb nicht erwarten in Tiagos Essen. Stattdessen portugiesische Avantgarde: Tiago kocht ohne Ofen und Herd. Sondern mit Vakuum und Dampf. Das ist nicht nur in dem Traditionsstadtteil Mouraria neu. Trotzdem  ist er einer, der hier bestens reinpasst. Davon musste er nur erst seine Nachbarn hier überzeugen. Es ist ihm gelungen. Bei einem Spaziergang mit Lisboa-Soulcity durch seine Mouraria, die Mouraria der neuen Generation, wie er sagt, wird schnell klar, wie: Mit viel Liebe.

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The Lisbon of Joana Viegas: Campo de Ourique

How picturesque the Campo de Ourique of Joana Viegas is, is becoming obvious in her paintings. Copyright: Joana Viegas
„A minha Lisboa“: In the case of Joana Viegas, it is the picturesque Campo de Ourique. Copyright: Joana Viegas

A minha Lisboa, that means „My Lisbon“. Providing views of the city, so intimate that they also sharpen the perception of those with whom they are shared. That’s the idea behind this column, which is the heart and soul of Lisboa-Soulcity. And it’s what the current exhibition A minha Lisboa does, by Lisbon’s illustrator Joana Viegas, ongoing until March, 16th in the O das Joanas Café, Largo do Intendente, 28. It can be reached with the green metro line, but it is situated in the center anyhow, being the prefect startpoint for a stroll through the Mouraria.

Here at Lisboa-Soulcity, the artist goes even further: She gives us pictures of her city, not only with her paintings, but live – in the relaxed neighborhood of Campo de Ourique, where she grew up. 

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Das Lissabon von Joana Viegas

"A minha Lisboa": Lissabon mit den Augen und der Kunst von Joana Viegas. Copyright: Joana Viegas
„A minha Lisboa“: In diesem Falle das von Joana Viegas. Nicht nur hier auf Lisboa-Soulcity, sondern auch in der Lissaboner „Leituria“. Copyright: Joana Viegas / Leituria

A minha Lisboa, das bedeutet „mein Lissabon“. Und steht für Sichten auf die Stadt, die so intim sind, dass sie immer auch die Wahrnehmung derer schärfen, mit denen sie geteilt werden. Das ist die Idee hinter dieser Rubrik, die ein Herzstück von Lisboa-Soulcity ist. Und es ist genau das, was die aktuelle Ausstellung A minha Lisboa der Lissaboner Illustratorin Joana Viegas ausmacht, zu sehen noch bis 21. Januar, in der Leituria, Rua Dona Estefânia, 123 a, in der Nähe der Metrostation Saldanha, wo die rote und die gelbe Linie sich kreuzen. Geöffnet hat die Leituria täglich von 10 bis 20 Uhr, ausser am Sonntag.

Hier auf Lisboa-Soulcity geht die Künstlerin noch weiter: Sie führt uns nicht nur mit ihren Bildern, sondern live in den entspannten Stadtteil Campo de Ourique, in dem sie aufgewachsen ist.

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Sommer in Lissabon: Filmreif!

Filmreife Lissaboner Szenen.Foto: Eva Maekler
Lissabon ist filmreif … und in heißen Julinächten verlegt sich das Geschehen manchmal auch auf die Leinwand! Foto: Eva Maekler

Lissabon ist filmreif. Und hört ganz bestimmt nicht auf, das zu feiern – auch nach dem großen Finale der CineConchas. In der ganzen Stadt gibt es regelmäßig die Möglichkeit, besonders an den Wochenenden in den unterschiedlichsten Stadtkulissen internationales Kino von Feinsten zu genießen. Unter freiem Himmel, fast immer in der Originalsprache und meistens gratis. Lisboa – Soulcity verrät die schönsten Film-Kulissen für traumhafte Sommernächte in Lissabon.

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Das Lissabon von Rafael Santos

Rafael Santos und ein eléctrico 28 in Lissabon. Foto: Eva Maekler
Lissaboner Moment: Rafael Santos im Gespräch mit Lisboa-Soulcity – und prompt fährt ein Wagen der berühmten Straßenbahn 28 vorbei. Foto: Eva Maekler

„Wo ist das Castelo?“ „Wo muss ich für die Feira da Ladra aussteigen?“ „Wie komme ich ins Bairro Alto?“ Das sind die persönlichen Top 3 von Rafael Santos, wenn es um die häufigsten Touristenfragen geht. Jeden Tag. Denn Rafael ist guarda-freio. Was wörtlich bedeutet, dass er die Bremsen überwacht. Und das sagt schon viel mehr darüber aus, wie sein Berufsalltag ausschaut, als die korrekte deutsche Berufsbezeichnung: Straßenbahn-Fahrer. Wenn er vorne in der berühmten 28 steht, wird er häufiger fotografiert als der Papst, davon ist er überzeugt. Vielleicht sind es bei ihm auch noch ein paar Fotos mehr als bei seinen Kollegen, weil einige Fahrgäste ihn als den Autor des Diário do Tripulante erkennen, seines Blogs als Bus- und Straßenbahnfahrer. Bei einem Spaziergang  mit Lisboa – Soulcity durch sein Lissabon beschränkt er sich zum Glück nicht auf die kurzen Ansagen an seine Fahrgäste …

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Juni in Lissabon: „Festas de Lisboa“

Die Festas de Lisboa 2015 eingeläutet hat der Torre de Belém mit einer einzigartigen Multimediashow. Foto: Eva Maekler
Festas de Lisboa 2015: Die Multimedia-Eröffnungsshow rund um den Torre de Belém hat Lust gemacht auf fünf Wochen Lissabon at it’s best. Foto: Eva Maekler

Lissabons Hoch-Zeit ist da. Jetzt. Den ganzen Juni lang und darüber hinaus, bis Sonntag, den 5. Juli. So lange weisen Sardinen den Weg zum nächsten arraial, zum nächsten Konzert oder Mitmach-Event. Gerne an Plätzen in der Stadt, an denen man das nicht erwartet. Vielleicht ist man auch längst zum Protagonisten einer Theater- oder Multitmedia-Inszenierung geworden, ohne es gemerkt zu haben. Wenn dabei bunte, kunstvolle Styropor-Sardinen an Wänden und Mauern hängen: Willkommen mitten in den Festas de Lisboa! Wenn außerdem der Duft von gegrillten Sardinen in der Luft hängt, Reihen aus Holz-Bänken und -Tischen mitten auf der Straße stehen und von einer improvisierten Bühne portugiesischer Schlager, Pimba vom Feinsten, feilgeboten wird, den mindestens 90 Prozent aller Anwesenden mitsingen können: Unbedingt mittanzen, zur fettigen Sardine auf Brot einen Becher selbstgemachter Sangria bestellen und sich mindestens eine lange Sommernacht lang dem arraial hingeben! Der Gedanke an den Rückflug – irgendwann, vielleicht … wird unmöglich werden. Schließlich bietet die Stadt in diesen fünf Wochen genug Programm für eine ganze Sommersaison.

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