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April in Lissabon: Die Freiheit feiern

Almada hat ein besonders umfangreiches Programm zum Feiern der Nelkenrevolition vom 25. April 1974. Copyright: Câmara Municipal de Almada
Lissabons „andere Seite“, Almada und Seixal, feiern den Jahrestag der Vor-Revolutionsnacht mindestens so gross wie Lisboa. Copyright: Câmara Municipal de Almada

Der 25. April ist der Tag der Nelken-Revolution in Portugal: Am 25. April 1974 beendete die vom Militär auf die Straße getragene Revolution die Diktatur. Ein Jahr später, am 25. April 1975, fanden die ersten freien Wahlen statt. Seitdem wird der 25. April als nationaler Feiertag der Freiheit gefeiert – und wer in diesen Tagen das Glück hat, in Portugal zu sein, kann mitfeiern. Lissabon erinnert mit der Veranstaltungsreihe Abril em Lisboa multimedial verschiedenste Aspekte des Lebens in der Diktatur und während der turbulenten Zeit des Umbruchs. Besonders am Vorabend des Feiertags, am 24. April, lohnt sich auch ein Ausflug auf die andere Seite des Flusses, wo mit großen Open-Air-Konzerten und Feuerwerken gefeiert wird. Lisboa-Soulcity verrät die Details.

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Grande Lisboa in concert: OqueStrada

Lissabons „Margem Sul“ kommt an dem Cais do Sodré: OqueStrada bringen den „Atlantic Beat“ im Maerz auf die Buehne des Titanic Sur Mer. Foto: Eva Maekler

März in Lissabon, das bedeutet in diesem Jahr: Donnerstags schlägt OqueStradas Atlantic Beat Wellen im Tejo!
Ein spektakuärer Auftritt bei Inas Nacht hat sie im November 2010 in Deutschland auch bei Nicht-Insidern bekannt gemacht – und mit ihrem Auftritt beim Konzert des Friedensnobelpreises 2012 haben sie endgültig alle Ländergrenzen gesprengt. Ihr 15jähriges Bühnenjubiläum feiern sie aber erst einmal zuhause, in Lissabon. Und zwar am Cais do Sodré, im Titanic Sur Mer. Wer das Konzert am 9. März verpasst hat, hat noch am 16., 23. und 30. März die Gelegenheit, hinzugehen – für Musik, die Portugal neu erspüren lässt: Mit dem Wurzeln in traditionellen portugiesischen Instrumenten, Melodien und Rhythmen, aber radikal neu, weltoffen, mit unendlicher Experimentierfreude und Musikalität.

Lissabon ist ihr Zuhause: Oquestrada, live in concert. Foto: Eva Maekler
Lissabon, Cais do Sodré, Maerz 2017: OqueStrada feiern ihr 15jaehriges Buehnenjubilaeum mit vier Konzerten im Titanic Sur Mer. Foto: Eva Maekler

Das dort zu erleben, wo die Band zuhause ist, ist ein Urlaubs-Highlight, das lebendig bleibt. Noch jeden Donnerstag abend im März, immer ab 22 Uhr, in Titanic Sur Mer, Cais da Ribeira Nova, Cais do Sodré –zu erreichen mit der grünen Metrolinie, linha verde, den Zügen aus Richtung Cascais, und mit den Fähren, den Cacilheiros, aus Almada/ Cacilhas und aus Seixal. Der Eintritt kostet acht Euro, und jedes Mal ist ein anderer Special Guest auf der Bühne.  Am 9. März war es zum Beispiel Das Spektrum reicht dabei so weit wie vom jungen brasilianischen Sänger und Komponisten Filipe Catto bis zum Lissaboner Poetry-Slammer José Anjos, der am 16. März dabei ist.

Auf Lisboa-Soulcity hat Marta, kreativer Kopf und Sängerin der Band, auch schon andere Facetten gezeigt – von sich und von Lisboa. Vom Cais do Sodré aus bedurfte es dazu einer kurzen Fahrt über den Tejo:
https://lisboasoulcity.wordpress.com/2016/08/04/marta-miranda-oquestrada/

Give Art, Lisboa: „Neo Pop Art“ von Rueffa bei GivLOWE

"Conserva Rueffa" - mit dem Design einer typischen Fischkonserve, wie es sie in Lissabon tausendfach zu kaufen gibt, macht Rueffa Monteiro auf ihre Ausstellung bei GivLowe aufmerksam. Foto: Eva Maekler
Bis 10. April in Lisboa: „Conserva Rueffa“. Foto: Eva Maekler

Ein futuristischer Engel mit großem Malancholie-Potential draußen auf dem Balkongitter, zwei Bars im Inneren und viel, viel Platz für Kunst und Leben und Liebe und Lust: Hinter GivLOWE in Lissabon, Praça de São Paulo, 13-15, steht ein junges Team um Giverny Lowe und Vera Bello. 2014 haben sie hier nicht einfach eine Galerie eröffnet, sondern einen höchst lebendigen Treffpunkt geschaffen. Für portugiesische und internationale Kreative. Deren Kunst kann ausstellbar sein, muss es aber nicht. Musiker und DJs treten auf, Video- und Performance-Künstler begegnen Malern und Skulpteuren nicht nur auf Augenhöhe, sondern auch, um sich kennenzulernen. Gerne an der Bar oder vor der Tür – laue Nächte gibt es hier ja genug.

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Immer wieder sonntags: Lisboa in bester Entdeckertradition

Lisboas Tradition und Moderne: Ausblick vom 500jährigen Torre de Belem auf das neue Centro Champalimaud. Copyright: Eva Maekler
Lissaboner Ausblick der besonderen Art: Vom historischen Torre de Belém kann man das hypermoderne Centro Champalimaud sehen. Copyright: Eva Maekler

Geschafft: Lissabon hat den Winter sozusagen hinter sich, wenn am kommenden Sonntag der Januar vorbei ist. Ok, ein paar Regenschauer und stürmische Momente könnte der Februar vielleicht noch bringen, aber die Sonne lockt jeden Tag mit mehr Kraft. Raus in die Stadt. Außerdem: An jedem ersten Sonntag des Monats macht die Stadt allen Bewohnern und Besuchern ein besonderes Geschenk – Monumente und Museen laden ein, ohne Eintritt zu verlangen. Ein optimales Ziel des Tages, also. Und wenn man schon einmal da ist, sollte man unbedingt seine Entdeckungsreise ausdehnen, auf das Stadtviertel „drumherum“ …

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„Lisboa na rua“: Sommer in der Stadt!

Lisboa na rua: Alis Ubbo Ensemble. Copyright: EGEAC - Cultura em Lisboa
Lissaboner Kreativität in den Genen: Das Alis-Ubbo-Ensemble benutzt einen der ersten Namen der Stadt, um diese mit neuen musikalischen Projekten zu bereichern. Am 20. September um 19 Uhr auf dem Largo do Intendente, mit einem Programm, das Astor Piazzolla gewidmet ist. Copyright: EGEAC – Cultura em Lisboa

Sommer in der Stadt – und Lissabon kostet seine lauen Nächte ganz besonders aus: Unter dem Motto Lisboa na rua holt die Stadt das kulturelle Leben aus den Bars, Theatern, Kinos und Konzertsälen nach draußen, auf die Plätze und in die Parks der Stadt.

Von Donnerstag, 21. August, bis Samstag, den 20. September kann man nachts von Open-Air-Kino über Kunstaktionen bis zu Konzerten ein übervolles Kulturprogramm erleben, unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt. Mit einer der schönsten Städte der Welt als Kulisse. Und zwar von verschiedenen Plätzen aus – eine schönere Art, sowohl berühmte als auch dem gemeinen Touristen  eher weniger bekannte Ecken Lissabons kennenzulernen, gibt es kaum.

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Das Lissabon von Wolf Gaudlitz

„Ich hab‘ doch Flügel, ich leb‘ doch sowieso nicht auf dieser Erde …“ Das sagt einer von sich, der seine Flügel aber auch immer wieder anlegen kann. Um dort zu landen, wo er das Leben spürt, ob in Palermo, der Sahara, der Namib oder in Lissabon: Wolf Gaudlitz.

In die Wüste hat er das Kino gebracht. Mit seinem Cinemamobile. Und kam, nach über einem Jahrzehnt Arbeit, mit einem neuen Film zurück, der jetzt endlich im Kino zu sehen ist: Sahara Salaam. Mit Palermo flüstert hat er 2001 Lebenden und Toten eine Stimme gegeben, die  – zumindest bis dahin – Unerhörtes zu erzählen hatten. Klar, dass einer wie er schon längst dieser Stadt einen Film gewidmet hat: Taxi Lisboa. Den deutschen Film, der seit 1996 immer wieder in ausgesuchten Kinos die Poesie der portugiesischen Hauptstadt auf eine Leinwand projiziert. Denn Gaudlitz räumt darin nicht nur Augusto Macedo eine Hauptrolle ein, der als damals 92-Jähriger wohl der älteste Taxifahrer der Welt gewesen sein dürfte, sondern auch der Stadt selbst. Den Menschen, die hier leben, stranden, den Blick immer in die Ferne richten und doch genau spüren, dass es keinen besseren Ort für ihre Träume gibt. Für Lisboa-Soulcity malt er mit Worten ein Bild von seinem Lisboa. Das Lissabon von Wolf Gaudlitz weiterlesen

Das Lissabon von Telmo Pires

„Se juntarmos todas as cores da cidade …“, so beginnt ein Liebeslied: „Wenn wir alle Farben dieser Stadt zusammenfügen …“ Ein Liebeslied an eine Stadt. Lisboa, seine Stadt: Telmo Pires. Der in Deutschland aufgewachsene portugiesische Fadosänger lebt seit vier Jahren in der Stadt des Fado. Den Text für Meu amor hat er noch in Berlin geschrieben – aufnehmen konnte er ihn bereits in Lissabon. Es war nicht nur ein Umzug zu den Wurzeln seiner Musik. Es war seine bisher größte Herausforderung: Er, der „Emigrant“, der in Deutschland bereits mit drei CDs musikalisch erfolgreich war und den in Portugal kaum jemand kennt, will es hier schaffen. Klar, dass er auf Skepsis trifft, manchmal vielleicht auch auf Neid. Aber eben auch auf die Besten seiner Branche. Die besten an der portugiesischen Gitarre, die besten Komponisten, die besten Texter … Sein Gedanke: „Wenn ich die nicht knacke, dann kann ich es vergessen.“ Das Ziel des Fado-Sängers, der die Grenzen seines Genres überschreitet: Einer von ihnen zu sein. Sein ganz persönliches Fado-Versprechen – Fado Promessa. So der Name seiner aktuellen CD, der ersten, die er in Portugal aufgenommen hat.

In Lissabon zu Hause: Telmo Pires und der Fado. Copyright: Telmo Pires
Lissabon ist für Telmo Pires untrennbar mit Fado verbunden. Aber nicht nur … Copyright: Telmo Pires

Das Ergebnis: Nach vier Jahren in der Stadt wird er geadelt. Durch einen der bedeutendsten Gralshüter seiner Kunst, das Museu do Fado. Mitverantwortlich für die erfolgreiche Bewerbung um die Anerkennung des Fado als immateriellem Kulturerbe. Die Auszeichnung trägt diese urportugiesische Musik seit November 2011, und damit hat das Museu do Fado ganz offiziell die Aufgabe, dieses Erbe zu pflegen. „Deswegen habe ich nie, nicht mal im Traume, einen Gedanken daran verschwendet, dass ich da spielen könnte“, sagt er im Gespräch mit Lisboa – Soulcity. Kurz, nachdem er dort gespielt hat. Diesen 17. Juli 2014 wird er in seinem Leben nicht vergessen. Doch seine Liebe zu dieser Stadt geht noch sehr viel tiefer. Auf Lisboa – Soulcity erzählt Telmo Pires davon, von seinen ganz persönlichen Highlights der Stadt – bei weitem nicht nur in Sachen Fado – und er zeigt Bilder, fotografische Momentaufnahmen aus seinem Lisboa. Das Lissabon von Telmo Pires weiterlesen