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Raus aus Lissabon: Oeiras, sein Palast Marquês de Pombal, eine Weinprobe – und drei Tage Festival

Raus aus Lissabon: Skater an der Promenade von Santo Amaro, Oeiras. Foto: Eva Maekler
Raus aus Lissabon: Oeiras lockt mit mehr als nur Strand. Foto: Eva Maekler

Mai in Lissabon – damit ist die Badesaison in Grande Lisboa, der Region rund um die Hauptstadt, offiziell eröffnet. Wobei die Atlantik-Temperaturen nur für die ganz Abgehärteten schon dazu einladen, sich weiter als, sagen wir mal, hüfthoch ins Wasser zu wagen. Flipflop- und Sonnencreme-Wetter locken aber schon ziemlich oft an den Strand. Und wenn man sich dafür Oeiras aussucht, ist den ganzen Sommer über auch mit reichhaltigem Alternativprogramm zu rechnen, wenn es entweder zuviel oder (seltener) zu wenig wird mit der Sonne. Gleich am ersten Mai-Wochenende sollte der Palast Marquês de Pombal dazugehören zum Ausflug nach Oeiras. Há Prova em Oeiras heißt es dann dort – was eine Wein- und gastronomische Probe verspricht. In Wirklichkeit bedeutet es drei Tage volles Programm, inklusive zweier kostenloser Kinoabende unter freiem Himmel. Lisboa-Soulcity hat alle Infos.

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April in Lissabon: Die Freiheit feiern

Almada hat ein besonders umfangreiches Programm zum Feiern der Nelkenrevolition vom 25. April 1974. Copyright: Câmara Municipal de Almada
Lissabons „andere Seite“, Almada und Seixal, feiern den Jahrestag der Vor-Revolutionsnacht mindestens so gross wie Lisboa. Copyright: Câmara Municipal de Almada

Der 25. April ist der Tag der Nelken-Revolution in Portugal: Am 25. April 1974 beendete die vom Militär auf die Straße getragene Revolution die Diktatur. Ein Jahr später, am 25. April 1975, fanden die ersten freien Wahlen statt. Seitdem wird der 25. April als nationaler Feiertag der Freiheit gefeiert – und wer in diesen Tagen das Glück hat, in Portugal zu sein, kann mitfeiern. Lissabon erinnert mit der Veranstaltungsreihe Abril em Lisboa multimedial verschiedenste Aspekte des Lebens in der Diktatur und während der turbulenten Zeit des Umbruchs. Besonders am Vorabend des Feiertags, am 24. April, lohnt sich auch ein Ausflug auf die andere Seite des Flusses, wo mit großen Open-Air-Konzerten und Feuerwerken gefeiert wird. Lisboa-Soulcity verrät die Details.

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Grande Lisboa in concert: OqueStrada

Lissabons „Margem Sul“ kommt an dem Cais do Sodré: OqueStrada bringen den „Atlantic Beat“ im Maerz auf die Buehne des Titanic Sur Mer. Foto: Eva Maekler

März in Lissabon, das bedeutet in diesem Jahr: Donnerstags schlägt OqueStradas Atlantic Beat Wellen im Tejo!
Ein spektakuärer Auftritt bei Inas Nacht hat sie im November 2010 in Deutschland auch bei Nicht-Insidern bekannt gemacht – und mit ihrem Auftritt beim Konzert des Friedensnobelpreises 2012 haben sie endgültig alle Ländergrenzen gesprengt. Ihr 15jähriges Bühnenjubiläum feiern sie aber erst einmal zuhause, in Lissabon. Und zwar am Cais do Sodré, im Titanic Sur Mer. Wer das Konzert am 9. März verpasst hat, hat noch am 16., 23. und 30. März die Gelegenheit, hinzugehen – für Musik, die Portugal neu erspüren lässt: Mit dem Wurzeln in traditionellen portugiesischen Instrumenten, Melodien und Rhythmen, aber radikal neu, weltoffen, mit unendlicher Experimentierfreude und Musikalität.

Lissabon ist ihr Zuhause: Oquestrada, live in concert. Foto: Eva Maekler
Lissabon, Cais do Sodré, Maerz 2017: OqueStrada feiern ihr 15jaehriges Buehnenjubilaeum mit vier Konzerten im Titanic Sur Mer. Foto: Eva Maekler

Das dort zu erleben, wo die Band zuhause ist, ist ein Urlaubs-Highlight, das lebendig bleibt. Noch jeden Donnerstag abend im März, immer ab 22 Uhr, in Titanic Sur Mer, Cais da Ribeira Nova, Cais do Sodré –zu erreichen mit der grünen Metrolinie, linha verde, den Zügen aus Richtung Cascais, und mit den Fähren, den Cacilheiros, aus Almada/ Cacilhas und aus Seixal. Der Eintritt kostet acht Euro, und jedes Mal ist ein anderer Special Guest auf der Bühne.  Am 9. März war es zum Beispiel Das Spektrum reicht dabei so weit wie vom jungen brasilianischen Sänger und Komponisten Filipe Catto bis zum Lissaboner Poetry-Slammer José Anjos, der am 16. März dabei ist.

Auf Lisboa-Soulcity hat Marta, kreativer Kopf und Sängerin der Band, auch schon andere Facetten gezeigt – von sich und von Lisboa. Vom Cais do Sodré aus bedurfte es dazu einer kurzen Fahrt über den Tejo:
https://lisboasoulcity.wordpress.com/2016/08/04/marta-miranda-oquestrada/

Das Lissabon von Jonas Rothlaender: Fado, filmreif!

Lissabon, Fado-Schauplatz: Im Film von Jonas Rothlaender gilt das für ein junges deutsches Paar auch auf der ganz persönlichen Ebene. Copyright: StickUp Filmproduktion
Fado in Lissabon: Im Film von Jonas Rothlaender wird die Stadt am Tejo zur Schicksalsstadt für den jungen Arzt Fabian und seine große Liebe Doro. Copyright: StickUp Filmproduktion

Lissabon nicht nur als Schauplatz, sondern quasi als Gegen-Spieler für eine der Hauptfiguren: Diese Rolle hat Jonas Rothlaender der Stadt am Tejo zugedacht, in seinen Film Fado. Das Konzept ist aufgegangen: Die Intensität und Leidenschaft, die in Lisboa nicht nur in der Musik spürbar sind, lassen die Bilder teilweise schmerzen. Und fesseln dabei. In der Geschichte reist der junge Arzt Fabian seiner großen Liebe Doro hinterher, die als Architektin in Lissabon eine Arbeit gefunden hat. Hier gewinnt ihre Liebe zunächst wieder an Leben – doch auch Fabians großer Dämon Eifersucht. Wie Lissabon zu seiner Hauptrolle in Jonas‘ Film kam – und wie er die Stadt auch außerhalb des Films erlebt, erzählt Jonas Rothlaender hier, auf Lisboa-Soulcity.
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Herbst in Lissabon: Lisboa ist in „Moda“

Lisboa, Praça do Município: Rita (links) und Francisca im Eingang des Rathauses, der Câmara Municipal de Lisboa. Foto: Eva Maekler
Moda Lisboa, 2016: Rita (links) und Francisca posieren auf der Praça do Município fuer Lisboa-Soulcity, am Eingang der Câmara Municipal de Lisboa. Auch das Rathaus hat naemlich seine Tueren weit geoeffnet fuer die Moda Lisboa. Foto: Eva Maekler

Herbst in Lissabon – nur langsam merkt man es dem Wetter an, dass die Sommer-Monate offiziell vorbei sind. Herbstlaub-Rascheln hört man kaum. Ein Event aber hat der Stadt  zum Saisonwechsel neue Farben-Freude geschenkt: Die Moda Lisboa, die Lissaboner Fashion Week. Und nachdem man sich jetzt so langsam auch in Lisboa wieder in etwas mehr Kleidung hüllen kann, ohne Hitzeschocks zu erleiden, hat Lisboa-Soulcity sich zur Moda Lisboa mit zwei Lissabonerinnen getroffen, die zwei Dinge besonders gut wissen: Zum einen, wie man mit Mode immer ein Stück Portugal auf der Haut tragen kann. Und zum anderen, wie und wo man mit einem studentischen Budget in Lissabon Mode vom Laufsteg auf die Straße übersetzt …

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Heiße Ohren in Lissabon: Festival Rescaldo

Festival-Feeling in Lisboa: Für die Acts bei Rescaldo – zum Beispiel Caveira – gibt es keine Genre-Grenzen. Copyright: Festival Rescaldo / Vera Marmelo

Viel mehr als „nur“ Fado: Ab Freitag, 20. Februar kann man mit einem Trip nach Lissabon die musikalische Avantgarde Portugals kennenlernen. An zwei Wochenenden, bis Sonnabend, 28. Februar, kann man dann in Lisboa Musik erleben, wie man sie sonst viel zu selten zu hören bekommt.

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Das Lissabon von Wolf Gaudlitz

„Ich hab‘ doch Flügel, ich leb‘ doch sowieso nicht auf dieser Erde …“ Das sagt einer von sich, der seine Flügel aber auch immer wieder anlegen kann. Um dort zu landen, wo er das Leben spürt, ob in Palermo, der Sahara, der Namib oder in Lissabon: Wolf Gaudlitz.

In die Wüste hat er das Kino gebracht. Mit seinem Cinemamobile. Und kam, nach über einem Jahrzehnt Arbeit, mit einem neuen Film zurück, der jetzt endlich im Kino zu sehen ist: Sahara Salaam. Mit Palermo flüstert hat er 2001 Lebenden und Toten eine Stimme gegeben, die  – zumindest bis dahin – Unerhörtes zu erzählen hatten. Klar, dass einer wie er schon längst dieser Stadt einen Film gewidmet hat: Taxi Lisboa. Den deutschen Film, der seit 1996 immer wieder in ausgesuchten Kinos die Poesie der portugiesischen Hauptstadt auf eine Leinwand projiziert. Denn Gaudlitz räumt darin nicht nur Augusto Macedo eine Hauptrolle ein, der als damals 92-Jähriger wohl der älteste Taxifahrer der Welt gewesen sein dürfte, sondern auch der Stadt selbst. Den Menschen, die hier leben, stranden, den Blick immer in die Ferne richten und doch genau spüren, dass es keinen besseren Ort für ihre Träume gibt. Für Lisboa-Soulcity malt er mit Worten ein Bild von seinem Lisboa. Das Lissabon von Wolf Gaudlitz weiterlesen

Das Lissabon von Telmo Pires

„Se juntarmos todas as cores da cidade …“, so beginnt ein Liebeslied: „Wenn wir alle Farben dieser Stadt zusammenfügen …“ Ein Liebeslied an eine Stadt. Lisboa, seine Stadt: Telmo Pires. Der in Deutschland aufgewachsene portugiesische Fadosänger lebt seit vier Jahren in der Stadt des Fado. Den Text für Meu amor hat er noch in Berlin geschrieben – aufnehmen konnte er ihn bereits in Lissabon. Es war nicht nur ein Umzug zu den Wurzeln seiner Musik. Es war seine bisher größte Herausforderung: Er, der „Emigrant“, der in Deutschland bereits mit drei CDs musikalisch erfolgreich war und den in Portugal kaum jemand kennt, will es hier schaffen. Klar, dass er auf Skepsis trifft, manchmal vielleicht auch auf Neid. Aber eben auch auf die Besten seiner Branche. Die besten an der portugiesischen Gitarre, die besten Komponisten, die besten Texter … Sein Gedanke: „Wenn ich die nicht knacke, dann kann ich es vergessen.“ Das Ziel des Fado-Sängers, der die Grenzen seines Genres überschreitet: Einer von ihnen zu sein. Sein ganz persönliches Fado-Versprechen – Fado Promessa. So der Name seiner aktuellen CD, der ersten, die er in Portugal aufgenommen hat.

In Lissabon zu Hause: Telmo Pires und der Fado. Copyright: Telmo Pires
Lissabon ist für Telmo Pires untrennbar mit Fado verbunden. Aber nicht nur … Copyright: Telmo Pires

Das Ergebnis: Nach vier Jahren in der Stadt wird er geadelt. Durch einen der bedeutendsten Gralshüter seiner Kunst, das Museu do Fado. Mitverantwortlich für die erfolgreiche Bewerbung um die Anerkennung des Fado als immateriellem Kulturerbe. Die Auszeichnung trägt diese urportugiesische Musik seit November 2011, und damit hat das Museu do Fado ganz offiziell die Aufgabe, dieses Erbe zu pflegen. „Deswegen habe ich nie, nicht mal im Traume, einen Gedanken daran verschwendet, dass ich da spielen könnte“, sagt er im Gespräch mit Lisboa – Soulcity. Kurz, nachdem er dort gespielt hat. Diesen 17. Juli 2014 wird er in seinem Leben nicht vergessen. Doch seine Liebe zu dieser Stadt geht noch sehr viel tiefer. Auf Lisboa – Soulcity erzählt Telmo Pires davon, von seinen ganz persönlichen Highlights der Stadt – bei weitem nicht nur in Sachen Fado – und er zeigt Bilder, fotografische Momentaufnahmen aus seinem Lisboa. Das Lissabon von Telmo Pires weiterlesen

Lissabons neuester Strand – auf einem Hügel der Stadt

Lissabon: Blick vom Miradouro do Torel auf den Tejo Copyright: Eva Mäkler„Wenn die Stadt nicht zum Strand runtergehen kann, kommt der Strand eben hoch zum Park.“ Sagen Vasco Morgado und sein Team, die Verantwortlichen der Stadt Lissabon für den Stadtteil Santo António. Und meinen damit: Einer der schönsten Aussichtspunkte der Stadt, der Miradouro do Torel in der Nähe von Goethe-Institut und Deutscher Botschaft,  wird zum „Stadtstrand“. Mit einem Angebot, das man sonst vielleicht über ein ganzes Wochenende genießt in seinem Lissabon-Urlaub: Traumhafter Blick über den Westen der Stadt mit der Avenida da Liberdade, bis hin zum Tejo, inmitten einer gepflegten Parklandschaft; Badebecken, Liegestühle, Sportangebote, Bar, Musik und Open-Air-Kino …   Lissabons neuester Strand – auf einem Hügel der Stadt weiterlesen

Lissabons spannendstes Viertel: Mouraria

Lissabon: Streetart im Stadtteil Mouraria. Copyright: Eva Mäkler„Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing‘ nicht ihre Lieder …“ Das alte Lied von Franz Josef Degenhardt mag manchen Touristen einfallen, die abschreckende Bilder des alten Lissaboner Mauren-Viertels Mouraria im Kopf haben. Die Lisboetas hatten nie diese Einstellung zu dem „Problem-Stadtteil“, der sich anschickt, keiner mehr zu sein. Vor allen seine Lieder haben sie nie aufgehört zu singen: Der Fado wurde und wird immer wieder neu in der Mouraria geboren. Und mittlerweile auch jede Menge neues Leben. Noch sind viele Häuser vom Verfall bedroht, doch die Renovierungsarbeiten sind trotz Krise im vollen Gang. Welche Priorität die Stadt der Wiederbelebung des Viertels einräumt, hat der Bürgermeister, António Costa, 2011 mit einem deutlichen Signal klar gemacht: Er verlegte seinen Amtssitz für zwei Jahre an den Intendente-Platz – genau dorthin, wo sich bis dato weder Einheimische noch Touristen freiwillig bewegen sollten. Der Platz und die umliegenden Straßen waren von Prostitution, Drogenhandel und Kriminalität beherrscht. Entsprechend „begeistert“ waren Costas Mitarbeiter – doch sie mussten mit. Und heute sind nicht nur sie überzeugt. Kein Stein des Straßenpflasters blieb neben dem anderen, und nach völliger Neugestaltung wurde der Largo do Intendente im Sommer 2012 mit einer wochenlangen Veranstaltungsreihe neu eingeweiht – darunter ein großes Konzert der portugiesischen Kultband schlechthin, Xutos & Pontapés. Viele kreative Events folgten und etablieren sich mittlerweile. Heute ist der Platz „in“ in Lissabon.

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„Quiosques“: Wo Sie Lissabons Herzschlag spüren

Ist noch ein Euro übrig im Portemonnaie? Auf zum nächsten quiosque, auf eine bica. Die portugiesische Version des Espresso schmeckt immer, Tag und Nacht. Genau das, was wir brauchen. Aber so ein quiosque ist viel mehr. Bei ihm spürt man den Herzschlag der Stadt am unmittelbarsten. Quasi im Vorübergehen. „Quiosques“: Wo Sie Lissabons Herzschlag spüren weiterlesen